Schritt-für-Schritt-Anleitung: So verkaufen Sie Ihre Immobilie erfolgreich ohne Makler
Ein privat organisierter Immobilienverkauf spart Maklerprovision und gibt Ihnen die volle Kontrolle über Ablauf, Preisgestaltung und Vermarktung. Gleichzeitig müssen Sie viele Aufgaben übernehmen: Marktanalyse, rechtliche Vorgaben, Verhandlungsführung und Organisation. Diese ausführliche Anleitung begleitet Sie von der ersten Planung bis zur Schlüsselübergabe. Sie erhalten erweiterte Checklisten, praktische Formulierungsbeispiele für Ihr Exposé, Tipps zu Besichtigungen, Hinweise zu typischen Fallstricken und einen groben Kosten- und Zeitplan. Beachten Sie: Bei rechtlichen und steuerlichen Fragen sollten Sie frühzeitig Notar, Rechtsanwalt oder Steuerberater hinzuziehen.
1. Erste Planung: Ziele, Zeitrahmen und notwendige Dokumente
Vorbereitung ist das A und O. Klären Sie zunächst Ihre Ziele und Rahmenbedingungen:
– Möchten Sie möglichst schnell verkaufen oder den maximalen Verkaufserlös erzielen?
– Benötigen Sie einen Mindestverkaufspreis, um z. B. eine Anschlussfinanzierung oder einen Kredit zu bedienen?
– Soll der Verkauf inklusive oder exklusive bestimmter Möbel/Einbauten erfolgen?
Legen Sie einen realistischen Zeitplan fest (Listing, Besichtigungen, Verhandlung, Notartermin, Übergabe). Typische Gesamtdauer: 2–6 Monate, je nach Markt, Lage und Preis.
Sammeln Sie sofort alle relevanten Unterlagen — je vollständiger, desto seriöser wirkt Ihr Angebot und desto schneller läuft der Prozess:
Unverzichtbare Unterlagen
– Aktueller Grundbuchauszug (nicht älter als wenige Wochen).
– Flurkarte / Lageplan.
– Grundrisse (möglichst maßstabsgetreu) und Baupläne.
– Baugenehmigungen, Abnahme- oder Nutzungsnachweise (bei Umbauten).
– Energieausweis (Bedarf oder Verbrauch) — Pflicht bei Vermarktung.
– Letzte Heizkostenabrechnung, Betriebskostenabrechnung, ggf. Wirtschaftsplan.
– Bei Eigentumswohnungen: Teilungserklärung, Hausgeldabrechnungen, Protokolle der Eigentümerversammlungen (mind. letzte 3 Jahre).
– Belege für Modernisierungen, Rechnungen für Sanierungen, Wärmedämmung, Solaranlagen, Heizungsanlagen.
– Gewährleistungs- und Garantieunterlagen für eingebautes Inventar.
– Flächenberechnung (Wohn- und Nutzfläche) und ggf. Messprotokolle.
– Nachweise über Lasten oder Beschränkungen (z. B. Wegerechte, Nießbrauch).
Spezielle Hinweise
– Für unbebaute Grundstücke: Erschließungspläne, Bauvorschriften, Bodenrichtwerte.
– Für denkmalgeschützte Objekte: Denkmalschutzbescheide, Ansprechpartner in der Behörde.
– Halten Sie digitale Kopien bereit (PDF), gut strukturiert in Ordnern, um Interessenten schnell Unterlagen senden zu können.
Tipp: Erstellen Sie eine Zusammenfassung (Datenblatt) mit den wichtigsten Fakten auf einer Seite — viele Interessenten möchten schnell die Kerninfos.
2. Marktwert ermitteln: realistische Preisfindung und Strategien
Die richtige Preisfindung entscheidet oft über den Erfolg: Ein zu hoher Preis schreckt Interessenten ab, ein zu niedriger Preis kostet Geld. Methoden zur Wertermittlung:
Vergleichswertverfahren
– Recherchieren Sie aktuelle Verkaufsangebote und tatsächlich verkaufte Objekte in Ihrer Region (Immobilienportale, vorherige Kaufangebote, Gutachterdaten).
– Achten Sie auf Vergleichbarkeit: Baujahr, Zustand, Wohnfläche, Grundstücksgröße und Mikro-Lage (Straße, Lärm, Infrastruktur).
Online-Rechner
– Geben erste Orientierung, ersetzen aber kein individuelles Gutachten. Nutzen Sie sie als Referenzpunkt.
Gutachten und Verkehrswert
– Bei besonderen Immobilien (Denkmalschutz, Gewerbe, großes Grundstück) oder wenn erhebliche Unsicherheit besteht, lohnt sich ein öffentlich bestellter Gutachter oder ein qualifiziertes Verkehrswertgutachten.
Preisstrategie festlegen
– Festpreis: Klar und transparent. Vorteil: Interessenten wissen, woran sie sind. Nachteil: weniger Verhandlungsspielraum.
– Verhandlungsbasis/Preisvorstellungen: Signalisiert Verhandlungsbereitschaft, kann mehr Interessenten anziehen.
– Preisspanne angeben: Minimale Preisvorstellung (unterer Grenzwert), Zielpreis (Wunsch) und psychologischer Einstiegswert (für Anzeigen).
Berücksichtigen Sie im Preis:
– Zustand und Alter der Bausubstanz, notwendige Sanierungen.
– Energiebilanz und anstehende Investitionen (z. B. Heizungserneuerung).
– Nachfrage in Ihrer Region (Käufermarkt vs. Verkäufermarkt).
– Nebenkosten für Käufer (Grunderwerbsteuer, Notar), die das Interesse beeinflussen können.
Tipp: Setzen Sie den Angebotspreis leicht unterhalb einer psychologisch relevanten Schwelle (z. B. 349.000 statt 359.000 Euro), um mehr Anfragen zu generieren.
3. Kostenüberblick: Was kostet ein privater Verkauf?
Ein vollständiger Kostenüberblick verhindert unangenehme Überraschungen:
Typische Kostenpositionen
– Maklerprovision: Wenn Sie ohne Makler verkaufen, entfällt diese für Sie; übliche regionale Provisionen liegen jedoch oft zwischen ~3 % und ~7 % des Kaufpreises (inkl. MwSt.) — regional unterschiedlich, häufig hälftig geteilt, in manchen Regionen zahlt der Käufer ganz. Informieren Sie sich lokal.
– Notarkosten und Grundbuch: Gesetzlich geregelt; in Summe oft im Bereich von etwa 1,5–2,0 % des Kaufpreises.
– Grunderwerbsteuer: Bundeslandspezifisch — variiert deutlich. Recherchieren Sie den genauen Satz für Ihr Bundesland, da er erheblichen Einfluss auf die Käuferbelastung hat.
– Energieausweis: Erstellungskosten (wenn nötig) je nach Art und Umfang.
– Kosten für Gutachten, wenn Sie ein Wertgutachten beauftragen.
– Kosten für professionelle Fotos, Home Staging, Inserate (Premium-Listings), ggf. 360°-Rundgang.
– Renovierungs- oder Präsentationskosten (kleinere Reparaturen, Gartenpflege).
– Kosten für Übersetzungen/Dokumentenbeglaubigungen bei internationalen Käufern.
Tipp: Führen Sie eine einfache Kostenrechnung: erwarteter Verkaufspreis minus alle Kosten = Nettoerlös. So sehen Sie schnell, ob der angestrebte Preis realistisch ist.
4. Immobilie vorbereiten: Zustand, Reparaturen und Home Staging
Der erste Eindruck entscheidet — sowohl online in Fotos als auch vor Ort bei Besichtigungen. Investieren Sie in sichtbare Verbesserungen, die den Wert steigern oder den Verkauf beschleunigen.
Praktische Vorbereitungsschritte
– Kleinreparaturen: Tropfende Wasserhähne, quietschende Türen, defekte Steckdosen — kleine Arbeiten vermitteln Sorgfalt.
– Sauberkeit und Entrümpelung: Räume leerer wirken größer; Keller, Dachboden und Garage entrümpeln.
– Neutralisierung: Persönliche Fotos reduzieren, neutrale Dekoration wählen, Gerüche vermeiden.
– Außenanlagen: Rasen mähen, Hecken schneiden, Gehwege säubern, Fassade reinigen — der Außenbereich ist das Aushängeschild.
– Sicherheitsaspekte: Funktionierende Außenbeleuchtung, sichere Wege.
Home Staging — investitionswirksame Maßnahmen
– Professionelles Home Staging kann oft bessere Verkaufspreise erzielen; Alternativ einfache Tipps selbst umsetzen: frische Kissen, neutrale Farbtöne, Pflanzen, aufgeräumte Küchenarbeitsflächen.
– Möblierung optimieren: Räume funktionell präsentieren (z. B. Kinderzimmer, Home-Office).
– Licht optimieren: Lampen reinigen, Vorhänge öffnen, Tageslicht betonen.
Foto- und Präsentationshinweise
– Beauftragen Sie einen guten Immobilienfotografen oder lernen Sie die Grundlagen: Weitwinkelobjektiv, natürliche Belichtung, keine Gegenlichtaufnahmen, Kamera möglichst in Augenhöhe, klare Bildkomposition.
– Ergänzen Sie mit Grundrissen, um Raumgefühle korrekt zu vermitteln.
– Bieten Sie zusätzliche Medien: Video-Rundgang, 360°-Tour oder Drohnenaufnahmen (bei Grundstücken und Außenbereichen).
5. Exposé erstellen und Inserieren: Inhalte, Formulierungen und rechtliche Pflichten
Ein professionelles Exposé ist Ihr zentrales Verkaufsinstrument. Es muss informativ, ansprechend und rechtlich korrekt sein.
Aufbau eines Exposés (empfohlene Struktur)
– Überschrift mit USP (Alleinstellungsmerkmal): kurz, prägnant, ansprechend.
Beispiel: „Familienfreundliches Einfamilienhaus mit sonnigem Garten und Einliegerwohnung“
– Kurzbeschreibung (2–3 Sätze): Kerninformationen und Grundatmosphäre.
– Objektangaben: Wohnfläche, Nutzfläche, Zimmeranzahl, Baujahr, Grundstücksgröße, Energieausweis-Angaben, Ausstattung (Böden, Heizung, Einbauküche).
– Lagebeschreibung: Mikro- und Makrolage (Infrastruktur, Schulen, ÖPNV, Einkaufsmöglichkeiten), ggf. Bodenrichtwertangaben.
– Zustand und Besonderheiten: Sanierungen, technische Anlagen, Denkmalschutz, Bebauungsmöglichkeiten.
– Preisangaben: Kaufpreis oder Verhandlungsbasis, Nebenkostenhinweis (z. B. Grunderwerbsteuer).
– Fotos & Grundriss: Hochwertige Bilder und lesbarer Grundriss.
– Besichtigungshinweise & Kontaktdaten: Erreichbarkeit, bevorzugte Zeiten, Ansprechpartner.
Formulierungshilfen (Beispiele)
– „Helle 4-Zimmer-Wohnung mit großem Balkon und unverbaubarem Blick — ideal für Familien.“
– „Solide Bausubstanz, laufend modernisiert: neue Fenster (2018), Heizungsanlage (2015).“
– Vermeiden Sie Übertreibungen oder unpräzise Aussagen (z. B. „Luxus“, „traumhaft“) ohne Faktenbasis.
Rechtliche Hinweise
– Energieausweis muss bei Besichtigung vorgelegt werden bzw. die wichtigsten Daten im Exposé angegeben werden.
– Beachten Sie die Pflicht zur Angabe wahrheitsgemäßer Informationen; irreführende Angaben können rechtlich angreifbar sein.
– Datenschutz: Fordern Sie sensible Informationen (z. B. Scans des Personalausweises) erst nach ernsthaftem Interesse auf und behandeln Sie diese vertraulich.
Inserat-Kanäle
– Große Immobilienportale (Immobilienscout24, Immonet, Immowelt etc.), lokale Anzeigenportale, Social-Media-Gruppen, lokale Zeitungen, Aushänge im Ort.
– Nutzen Sie gezielte Kanäle für spezielle Käufergruppen (z. B. Investorenforen, Studentenportale für WG-geeignete Wohnungen).
– Ergänzend: Open-House-Termine oder Tage der offenen Tür, sofern Sie die Sicherheit beachten.
6. Besichtigungen organisieren: Termine, Ablauf und Sicherheitsmaßnahmen
Gut organisierte Besichtigungen steigern die Abschlusschance. Bereiten Sie sich professionell vor:
Vorab-Screening
– Sondierungsgespräch am Telefon oder per E-Mail: Fragen zur Kaufsituation, Finanzierung und bevorzugtem Übergabetermin.
– Bitten Sie seriöse Interessenten um kurze Finanzierungsinformation: Bankkontakt oder Finanzierungsbestätigung.
Terminorganisation
– Bündeln Sie Termine: Mehrere Interessenten an einem Tag ermöglichen Vergleich und erhöhen oft Nachfrage.
– Zeitplanung: Vormittags/abends sind oft praktisch für Berufstätige; Wochenendtermine sind wichtig.
– Vorbereitete Unterlagen: Exposé in gedruckter Form, Grundriss, Betriebskostenübersicht, Energieausweis, Rechnungen.
Ablauf einer Besichtigung (Muster)
– Begrüßung: Kurz vorstellen, Ablauf erklären (Dauer, Fragen am Ende).
– Rundgang: Räume in logischer Reihenfolge zeigen; wichtige Details pro Raum hervorheben.
– Abschluss: Offene Fragen klären, nächstes Vorgehen erklären (wie und bis wann Kaufangebote einzureichen sind), Kontaktdaten austauschen.
Sicherheits- und Datenschutzhinweise
– Lassen Sie sich Interessentenausweise zeigen und notieren Sie Namen und Kontaktdaten.
– Arbeiten Sie nicht allein mit Fremden in abgelegenen Objekten — nehmen Sie eine Begleitperson mit.
– Vermeiden Sie es, fremde Wohnungsschlüssel offen zugänglich zu lassen. Nach Besichtigung: Schlüsselverwaltung dokumentieren.
– Sensible Unterlagen (z. B. Grundbuchauszug mit persönlichen Daten) nur an ernsthafte Interessenten aushändigen oder Teile schwärzen.
Persönliche Wirkung
– Seien Sie vorbereitet und freundlich, aber nicht aufdringlich.
– Heben Sie Vorteile hervor, aber beantworten Sie kritische Fragen transparent (geplante Kosten, energetischer Zustand, mögliche Lärmquellen).
7. Verhandlung führen und Kaufabsicht prüfen
Die Verhandlungsphase erfordert Strategie und Sorgfalt. So gehen Sie strukturiert vor:
Interessenten prüfen
– Bonitätsprüfung: Finanzierungsbestätigung der Bank, Gehaltsnachweise, Auskunft zur Finanzierungshöhe (bei Privatverkäufen besonders wichtig).
– Seriöse Käufer: Fragen Sie nach dem Kaufzeitpunkt, Finanzierungsart (Bankfinanzierung, Barzahlung) und Motivation (Selbstnutzung vs. Kapitalanlage).
Angebotseinholung und -vergleich
– Fordern Sie schriftliche Angebote mit kaufpreisrelevanten Angaben: Preis, gewünschter Übergabetermin, ggf. Vorbehalte (z. B. Finanzierungsvorbehalt), geplante Zahlungsmodalitäten.
– Legen Sie Bewertungskriterien fest: Kaufpreis, Zahlungsfähigkeit, gewünschter Übergabetermin, Flexibilität bei Bedingungen.
Verhandlungstipps
– Setzen Sie einen Ankerpreis (Ihre Preisvorstellung) und argumentieren Sie mit Fakten (Vergleichswerte, Sanierungen).
– Bleiben Sie sachlich, vermeiden Sie emotionale Debatten.
– Überlegen Sie, welche Zugeständnisse Sie geben können (z. B. früherer Übergabetermin, Übernahme bestimmter Einbauten) und setzen Sie diese gezielt als Verhandlungsmasse ein.
– Bitten Sie um verbindliche Fristen für Angebote, damit Sie mehrere Offerten vergleichen können.
Reservierungsvereinbarung / Vorvertrag
– Eine Reservierungsvereinbarung kann eine Interessentenbindung bewirken. Achten Sie auf klare Regelungen:
– Dauer der Reservierung und Zahlung einer eventuellen Reservierungsgebühr.
– Regelungen zur Rückzahlung der Gebühr bei Nichtzustandekommen.
– Widerrufs- oder Rücktrittsrechte und Konsequenzen bei Vertragsbruch.
– Rechtlicher Hinweis: Vorverträge sind rechtlich verbindlich — lassen Sie Formulierungen ggf. juristisch prüfen.
8. Kaufvertrag, Notartermin und rechtliche Absicherung
In Deutschland ist die notarielle Beurkundung für Immobilienkäufe verpflichtend. So bereiten Sie sich vor:
Notar auswählen und Kommunikation
– Sie können den Notar frei wählen — üblich ist, dass Käufer oder Verkäufer den Notar vorschlagen. Notar ist unparteiisch und berät beide Seiten.
– Informieren Sie sich vorab über Kosten und Ablauf. Bitten Sie den Notar um einen Vertragsentwurf zur Durchsicht.
Typische Vertragsinhalte
– Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten (Fälligkeitsdatum, Zahlungsziel, Kontoverbindung).
– Übergabetermin und Regelungen zu Besitzübergang und Lastenfreistellung.
– Vereinbarungen zu Inventarübernahme und eventuellen Mängelregelungen.
– Auflassungsvormerkung: Schutz für den Käufer — der Notar veranlasst die Eintragung im Grundbuch.
– Vereinbarungen zu Gewährleistungsfragen und eventuell Ausschluss von Gewährleistung (bei privat veräußerten gebrauchten Immobilien übliche Regelungen, aber rechtlich komplex).
Vertragsprüfung
– Lassen Sie den Vertragsentwurf prüfen (ggf. durch einen auf Immobilienrecht spezialisierten Anwalt), vor allem bei komplexen oder ungewöhnlichen Klauseln.
– Achten Sie auf klare Regelungen zu Fristen, Lastenfreistellung, Haftung und Rücktritt.
Notartermin
– Der Notar liest den Vertrag vor, erläutert rechtliche Punkte und beantwortet Fragen. Beide Parteien müssen anwesend sein (oder vertreten).
– Nach Beurkundung ist der Vertrag rechtskräftig. Damit beginnt die Phase der Zahlungsanweisungen, Auflassungsvormerkung und letztlich der Eigentumsübertragung.
Kosten/Nebenpflichten
– Notarkosten und Grundbucheintrag entstehen; die genaue Verteilung vereinbaren die Parteien (üblich: Käufer trägt Grunderwerbsteuer und Notar-/Grundbuchkosten, Details können abweichen).
– Der Notar kümmert sich um die Eintragung der Auflassungsvormerkung und die Meldung an das Grundbuchamt.
Wichtiger Hinweis zur Spekulationssteuer
– Verkaufen Sie innerhalb gewisser Fristen nach dem Erwerb, kann auf den Gewinn Einkommensteuer anfallen (Spekulationssteuer). Es gibt Ausnahmen, z. B. bei Eigennutzung in bestimmten Zeiträumen. Lassen Sie die steuerlichen Folgen in Ihrer konkreten Situation prüfen.
9. Übergabe, Nachbereitung und steuerliche Aspekte
Nach Zahlung des Kaufpreises und der Eintragung erfolgen Übergabe und administrative Nacharbeiten.
Übergabeprotokoll erstellen
– Dokumentieren Sie schriftlich: Datum, beteiligte Personen, Zählerstände (Strom, Wasser, Gas), Schlüsselanzahl, Zustand der Immobilie, übernommenes Inventar, offene Mängel oder ausstehende Reparaturen.
– Beide Parteien unterschreiben das Protokoll. Heben Sie eine Kopie auf.
Abrechnungen und Informationen
– Erstellen Sie ggf. Abrechnungen zu Betriebskosten, Heizkosten und Hausgeld bis zum Übergabetermin.
– Informieren Sie Versorger (Strom, Wasser, Gas), Gemarkungsämter, Steuer- und Versicherungsstellen über den Eigentümerwechsel.
– Bei Eigentumswohnungen: Teilen Sie der Hausverwaltung den Eigentümerwechsel mit.
Steuern und Dokumentation
– Prüfen Sie steuerliche Pflichten (Spekulationssteuer, ggf. Umsatzsteuer bei gewerblichem Grundstücksverkauf).
– Bewahren Sie alle relevanten Unterlagen (Kaufvertrag, Abrechnungen, Rechnungen für Sanierungen) auf — ggf. für die steuerliche Nachprüfung.
Nachsorge
– Stellen Sie sicher, dass alle im Kaufvertrag vereinbarten Punkte (z. B. Durchführung von Sanierungen) erfüllt oder vereinbart sind.
– Erhalten Sie Bestätigungen (z. B. Löschung von Grundschulden nach Kaufpreiszahlung).
10. Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Fehler vermeiden beschleunigt den Verkauf und schützt vor Verlusten:
– Zu hoher Angebotspreis: Folge sind lange Vermarktungszeiten. Lösung: Marktnahe Preisermittlung und ggf. professionelle Einschätzung.
– Unvollständige Dokumentation: Verzögert die Prüfphase von Käufern. Lösung: Vollständige Unterlagen von Anfang an bereitstellen.
– Keine Bonitätsprüfung: Risiko von Vertragsausschluss oder Zahlungsausfall. Lösung: Finanzierungsbestätigung anfordern.
– Fehlerhafte oder unklare Vertragsklauseln: Erhöhen rechtliches Risiko. Lösung: Notar/Anwalt prüfen lassen.
– Öffentlichkeitsarbeit ohne Datenschutz: Keine sensiblen Daten ungesichert veröffentlichen.
– Mangelhafte Präsentation: Schlechte Fotos und unaufgeräumte Räume mindern Kaufpreis. Lösung: Professionelle Fotos und minimale Investition in Home Staging.
11. Muster-Formulierungen, Checklisten und Vorlagen
Praktische Vorlagen, die Sie schnell anpassen können:
Muster-Kerninfo für Exposé (1–2 Sätze)
– „Helle 4‑Zimmer-Eigentumswohnung (ca. 95 m²) in zentraler Lage mit Balkon, saniertem Badezimmer (2019) und Stellplatz. Kurze Wege zu Einkauf, Schulen und ÖPNV — ideal für Familien.“
Beispielliste für Telefon-Screening vor Besichtigung
– Haben Sie bereits eine Finanzierungszusage Ihrer Bank?
– Wann möchten Sie frühestens einziehen?
– Handelt es sich um Selbstnutzer oder Kapitalanleger?
– Wie viele Personen werden an der Besichtigung teilnehmen?
Checkliste für den Tag der Besichtigung
– Exposé/Grundriss ausgedruckt.
– Energieausweis bereitgelegt.
– Notizblock und Stift für Fragen und Kontaktdaten.
– Aufgeräumte Räume, frische Luft, gedämpfte Düfte.
– Zählerstände notieren.
Vorlage für Übergabeprotokoll (Stichpunkte)
– Datum, Uhrzeit, Ort.
– Namen Verkäufer/Käufer und deren Kontakt.
– Zählerstände (Strom, Wasser, Gas).
– Anzahl und Art der übergebenen Schlüssel.
– Zustand der Immobilie (inkl. Fotos als Anlage).
– Vereinbarte Nacharbeiten/Restarbeiten.
– Unterschriften beider Parteien.
Wenn Sie möchten, kann ich diese Vorlagen als editierbare Word- oder PDF-Dateien erstellen und mit Beispieldaten ausfüllen.
12. Zeitplanbeispiel: Von der Inserierung bis zur Übergabe
Typischer Ablauf und Zeitrahmen (als Orientierung, individuell unterschiedlich)
– Woche 0–2: Unterlagen sammeln, Fotos machen, Exposé erstellen.
– Woche 2–6: Inserieren, erste Anfragen, Besichtigungen starten.
– Woche 6–12: Interesse bündeln, Verhandlungen, Prüfung von Angeboten.
– Woche 8–16: Käufer findet Finanzierung, Notar beauftragt, Vertragsentwurf.
– Woche 12–20: Notartermin, Zahlung, Grundbucheintragung, Auflassungsvormerkung.
– Woche 16–24: Übergabe und Nachbearbeitung.
Fazit und Angebot zur Unterstützung
Ein Immobilienverkauf ohne Makler ist gut machbar — er erfordert aber Planung, Marktkenntnis und Sorgfalt in rechtlichen und organisatorischen Fragen. Wenn Sie strukturiert vorgehen (vollständige Dokumentation, realistische Preisstrategie, professionelle Präsentation und sorgfältige Vertragsabwicklung), erhöhen Sie Ihre Erfolgschancen und sparen Maklerprovision.
Wenn Sie möchten, unterstütze ich Sie konkret mit:
– Muster-Exposé (fertig ausgefüllt nach Ihren Angaben).
– Checkliste für Besichtigung und Übergabeprotokoll (Word/PDF).
– Formulierungsvorlagen für Anzeigen und Verhandlungsleitfaden.
Möchten Sie, dass ich sofort ein Muster-Exposé für Ihre Immobilie erstelle? Wenn ja, schicken Sie mir die wichtigsten Eckdaten (Wohnfläche, Zimmer, Baujahr, Grundstücksgröße, Foto(s) und Ihre Preisvorstellung), dann erstelle ich ein sofort einsetzbares Exposé.
Autor:
Marco Feindler, M.A.
Geschäftsführer und Inhaber
Heidelberger Wohnen GmbH, Opelstr. 8c, 68789 St. Leon - Rot, https://www.heidelbergerwohnen.de
Haben Sie Fragen oder sollen wir den Wert Ihrer Immobilie für Sie ermitteln? Rufen Sie uns an und stimmen Sie einen Termin mit uns ab. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.
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