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Privater Immobilienverkauf Tipps

Vom Exposé zum Abschluss: Ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zum privaten Immobilienverkauf

Der private Verkauf einer Immobilie ist ein mehrstufiger Prozess, der sorgfältige Vorbereitung, organisatorisches Talent und rechtliches Grundwissen erfordert. Dieser ausführliche Leitfaden begleitet Sie von der ersten Idee über die Erstellung des Exposés, die Vermarktung, Besichtigungen und Verhandlungen bis hin zum notariellen Abschluss und der Übergabe. Zusätzlich erhalten Sie Tipps zur Preisfindung, Checklisten, Hinweise zu Kosten und Steuern sowie praktische Formulierungsvorschläge für Besichtigungen und Verhandlungen. Dieser Text richtet sich an private Verkäufer, die ihre Immobilie eigenständig und sicher veräußern möchten.

1. Erste Vorbereitung: Ziele, Zeitplan und vollständige Unterlagen

Bevor Sie Inserate erstellen oder Angebote einholen, ist eine systematische Vorbereitung entscheidend. Nehmen Sie sich Zeit, um Ziele, Fristen und die vollständigen Unterlagen zu klären. So vermeiden Sie Verzögerungen und können potenziellen Käufern schnell und professionell Auskunft geben.

– Ziele klären:
– Wollen Sie schnell verkaufen (z. B. wegen Umzug) oder maximalen Erlös erzielen?
– Ist ein konkreter Stichtag relevant (Kauf des Folgeimmobilie, Scheidung, Erbe)?
– Sind Sie offen für Verhandlungen oder gilt ein fester Mindestpreis?
– Zeitplan erstellen:
– Grober Ablauf: Vorbereitung (1–3 Wochen), Vermarktung & Besichtigungen (4–12 Wochen), Verhandlung & notarielle Abwicklung (4–8 Wochen).
– Puffer einplanen: Bank- und Notartermine, Eintragung ins Grundbuch können Wochen bis Monate dauern.
– Wichtige Unterlagen (so vollständig wie möglich bereitlegen):
– Aktueller Grundbuchauszug (nicht älter als 3 Monate) – wichtig für Rechte und Belastungen.
– Flurkarte/Lageplan, ggf. Katasterunterlagen.
– Baupläne, Baugenehmigungen, Nutzungsänderungen, Teilungserklärungen (bei ETW).
– Grundrisse in klarer, maßstabsgetreuer Darstellung.
– Energieausweis (Pflicht bei Vermarktung).
– Nachweise über durchgeführte Modernisierungen (Rechnungen, Garantien).
– Teilungserklärung, Wirtschaftsplan, Protokolle der Wohnungseigentümerversammlungen (bei Eigentumswohnungen).
– Letzte Betriebskosten- und Heizkostenabrechnungen.
– Hypotheken-, Grundschuld- oder Darlehensbestätigungen und Informationen über bestehende Belastungen.
– Mietverträge, Nebenkostenabrechnungen, Übergabeprotokolle (bei vermieteten Objekten).
– Versicherungsunterlagen (Gebäudeversicherung, ggf. Elementarschäden).
– Ausweiskopien und Vollmachten für bevollmächtigte Personen (falls erforderlich).

Tipp: Führen Sie eine digitale Ordnerstruktur (z. B. PDF-Dateien) für alle Dokumente. Das erleichtert schnelle Weitergabe an Interessenten, Notar oder Steuerberater.

2. Objektbewertung: Marktgerechter Verkaufspreis und Preisstrategie

Der richtige Preis entscheidet oft schnell über Erfolg oder Misserfolg einer Vermarktung. Eine realistische, marktgerechte Bewertung erhöht die Wahrscheinlichkeit, zügig einen passenden Käufer zu finden.

– Vorgehensweise zur Wertermittlung:
– Vergleichswertermethode: Analyse tatsächlich erzielter Verkaufspreise vergleichbarer Objekte in der Nachbarschaft (Ausstattung, Wohnfläche, Grundstücksgröße, Zustand).
– Ertragswertmethode: Vor allem bei vermieteten Immobilien – Erwartungswert aus Mieteinnahmen abzüglich Bewirtschaftungskosten.
– Sachwertmethode: Bei speziellen Objekten (z. B. Einfamilienhäuser auf großem Grundstück) kann der Sachwert relevant sein.
– Professionelles Gutachten: Sachverständige bieten belastbare Werte, sinnvoll bei Streitfällen, denkmalgeschützten Immobilien oder wenn Gerichtsgutachten nötig sind.
– Preisfaktoren berücksichtigen:
– Lage, Verkehrsanbindung, Schulen/Einrichtungen, Mikrolage.
– Zustand der Bausubstanz, Modernisierungsgrad, energetischer Standard.
– Grundstücksgröße, Nutzungsreserven, Ausbaupotenzial.
– Rechtliche Aspekte: Wegerechte, Baulasten, Denkmalschutz, Erbbaurecht.
– Preisstrategie:
– Festpreis: Signalisiert Verhandlungsbereitschaft mit kleinem Spielraum.
– Verhandlungsspielraum einplanen: Üblich 3–10 % je nach Region und Nachfrage.
– Staffelpreis oder Bieterverfahren: Bei hoher Nachfrage kann ein Bieterverfahren (Auktion) höhere Preise erzielen, aber es ist aufwändiger.
– Kosten- und Steuerüberlegungen:
– Maklerprovision (wenn beauftragt) und ggf. Käufer-/Verkäuferanteil in Ihrer Region.
– Notar- und Grundbuchkosten (~1,5–2% des Kaufpreises).
– Grunderwerbsteuer des Käufers (je nach Bundesland 3,5–6,5%).
– Steuer bei privatem Verkauf: Spekulationssteuer bei Verkauf innerhalb von 10 Jahren (Ausnahmen, z. B. Eigennutzung). Steuerberatung empfohlen.

Beispiel: Wenn vergleichbare Häuser in Ihrer Straße in den letzten 12 Monaten zwischen 350.000 und 380.000 € verkauft wurden, könnte ein realistisch angesetzter Angebotspreis bei 369.000 € liegen, mit einem Verhandlungsspielraum von 5 %. Ein zu hoher Einstiegspreis führt zu längerer Vermarktungsdauer.

3. Professionelles Exposé erstellen: Aufbau, Texte und Bilder

Das Exposé ist die Visitenkarte Ihres Angebots – klar strukturiert, vollständig und attraktiv aufbereitet erhöht es die Anzahl qualifizierter Anfragen. Achten Sie auf Sprache, Inhalte und Bildqualität.

– Gliederung eines guten Exposés:
– Titel: Kurz, prägnant mit USP (z. B. „Sonniges Einfamilienhaus mit großem Garten und Garage – ruhige Lage“).
– Kurzbeschreibung (Lead): 1–2 Sätze mit Hauptmerkmalen und Zielgruppe.
– Detaillierte Objektbeschreibung: Baujahr, Wohn- und Nutzfläche, Zimmeranzahl, Ausstattung, energetischer Zustand, Heizung, Sanierungsbedarf.
– Lagebeschreibung: Makrolage (Stadt/Region), Mikrolage (Straße, Infrastruktur, Verkehrsanbindung, Freizeitmöglichkeiten).
– Technische Daten & Nebenkosten: Heizungsart, Energieausweis-Daten, Grundsteuer, Betriebskosten (bei vermieteten Objekten).
– Fotos & Grundrisse: Hochwertige, helle Bilder & klar lesbare Grundrisse.
– Rechtliches & Sonstiges: Grundbucheinträge, Baulasten, Denkmalschutz, Mietverhältnisse.
– Kontaktinformationen & Besichtigungshinweise.
– Fotos und Gestaltung:
– Mindestens 12–20 Fotos bei Einfamilienhäusern: Außenansichten, Garten, Eingangsbereich, Wohn- und Essräume, Küche, Bäder, besondere Details.
– Tagaufnahmen bei gutem Licht. Aufräumen, neutrale Dekoration, ggf. Home Staging.
– Perspektiven: Weitwinkel (keine Verzeichnung), gerade Blickwinkel, ggf. Drohnenaufnahmen für Lage/Garten.
– Bildbeschriftungen: Kurz erklären, was gezeigt wird.
– Textformulierung – Do’s & Don’ts:
– Nutzen orientierte Formulierungen: „Ideal für Familien“ statt nur „4 Zimmer“.
– Ehrlichkeit bei Mängeln: „Teilweise renovierungsbedürftig“ statt Beschönigungen.
– Klarheit bei Kaufpreis und Provisionshinweis (wer zahlt Maklerprovision?).
– Beispiel-Leadtext:
– „Dieses gepflegte Einfamilienhaus (Baujahr 1995) bietet auf 140 m² Wohnfläche ein großzügiges Wohnkonzept mit sonnigem Garten und separater Garage – ideal für Familien, die ruhiges Wohnen mit guter Anbindung kombinieren möchten.“

Tipp: Erstellen Sie eine PDF- und eine Online-Version des Exposés. PDF-Dateien sind gut zum Versenden, Online-Inserate benötigen optimierte Bildgrößen für schnelle Ladezeiten.

4. Vermarktung: Kanäle, Timing und Zielgruppenansprache

Die richtige Auswahl der Vermarktungskanäle und eine zielgerichtete Ansprache erhöhen die Sichtbarkeit Ihrer Immobilie. Nutzen Sie mehrere Kanäle parallel.

– Online-Portale:
– Große Portale: Immoscout24, Immowelt, eBay Kleinanzeigen – Reichweite und Suchfilter beachten.
– Regionale Plattformen und lokale Immobilienseiten.
– Offline und Social Media:
– Social-Media-Posts (Facebook-Immobiliengruppen, Instagram) mit Bildern und kurzem Leadtext.
– Lokale Zeitungsannoncen oder Flyer in Supermärkten/Apotheken.
– Aushang am Objekt (nach rechtlicher Prüfung der Gemeinde).
– Zielgruppenansprache:
– Familie, Kapitalanleger, Selbstnutzer – passen Sie Titel und Leadtext an.
– Investorenaquise: Daten über Rendite, Mieteinnahmen, Modernisierungsbedarf hervorheben.
– Zeitlicher Ablauf & Monitoring:
– Anzeigenschaltung: Wählen Sie Laufzeiten und Budget für bezahlte Highlights (z. B. Top-Position).
– Reaktionen und Klickzahlen beobachten; bei zu geringer Nachfrage Exposé oder Preis anpassen.
– Interessentenmanagement:
– Standardisierte Erstkontakt-Mail / -Anruf: Kurzinfo, Fragen zu Finanzierungsstatus, gewünschtem Besichtigungstermin.
– Interessentenformular: Name, Telefonnummer, E-Mail, Finanzierung (Bankbestätigung), gewünschter Einzugstermin – erleichtert Vorauswahl.

Hinweis: Vermeiden Sie Terminchaos durch feste Slots für Besichtigungen (z. B. 2 Stunden an bestimmten Tagen oder Open House-Termine).

5. Besichtigungen professionell durchführen

Die Besichtigung ist Ihre Chance, Emotionen und Vertrauen zu schaffen. Gute Vorbereitung, Freundlichkeit und Fachkenntnis wirken verkaufsfördernd.

– Vorbereitungen:
– Objekt aufräumen, reinigen, Gerüche neutralisieren (kein starker Parfümduft), ggf. frische Blumen oder dezente Dekoration.
– Temperatur anpassen (angenehme Raumtemperatur), Jalousien hochziehen für Helligkeit.
– Wichtige Unterlagen griffbereit: Exposé, Grundrisse, Energieausweis, Modernisierungsnachweise.
– Ablauf der Besichtigung:
– Begrüßung: Kurz Vorstellung, Ablauf der Besichtigung, Hinweis auf Dauer.
– Rundgang: Logische Reihenfolge (von außen nach innen oder umgekehrt), auf Besonderheiten hinweisen.
– Zielgruppengerechte Betonung: Für Familien Schlafzimmer- & Gartenvorteile, für Anleger Rendite & Mietpotenzial.
– Fragen zulassen und beantworten, bei Unklarheiten dokumentieren.
– Umgang mit Mängeln:
– Offenheit: Mängel klar benennen und Maßnahmen/Angebote für Reparaturen erläutern.
– Alternativen zeigen (z. B. Ausbaupotenzial oder Zusicherungen im Kaufvertrag).
– Sicherheitsaspekte:
– Keine sensiblen Daten offen legen (z. B. Kontoauszüge) – Interessenten sollten diese bei Bedarf separat vorlegen.
– Achten Sie auf Ihre eigene Sicherheit: Bei Einzelterminen jemanden informieren, Serienbesichtigungen bevorzugen.
– Follow-up:
– Danke-Nachricht und eventuell ergänzende Unterlagen (z. B. Grundriss in hoher Auflösung).
– Frist für Rückfragen oder Angebotsabgabe setzen, um Entscheidungsdruck zu erhöhen.

Beispiel-Satz zum Umgang mit Preisverhandlungen nach Besichtigung: „Wir haben aktuell mehrere Interessenten; unser Angebot wird bis XY geprüft. Gerne nehmen wir bis dahin schriftliche Gebote entgegen.“

6. Interessentenauswahl, Angebote prüfen und Verhandeln

Bei mehreren Interessenten erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines guten Preises. Prüfen Sie Angebote sorgfältig und verhandeln Sie strukturiert.

– Formale Prüfung von Interessenten:
– Finanzierungsbestätigung oder eine Kreditwürdigkeitsbescheinigung der Bank.
– Bonitätsauskünfte (z. B. SCHUFA-Auskunft, sofern der Käufer diese freiwillig vorlegt).
– Klare Angaben zu Einzugstermin, Finanzierungskonzept und ggf. Verkaufsbedingungen (Übernahme von Inventar).
– Angebotsvergleich:
– Preis, Zahlungsmodalitäten (z. B. Zahlung auf Abruf vs. sofort), gewünschter Übergabetermin.
– Zusätzliche Bedingungen (z. B. Auflagen für Renovierungen vor Übergabe).
– Verhandlungsstrategie:
– Wissen, was Ihr Mindestpreis ist – mentaler „Reservepreis“.
– Argumentieren mit Fakten: Modernisierungen, Energieeffizienz, Lagevorteile.
– Taktiken: „Anker setzen“ mit einem realistischen aber nicht überzogenen Ausgangspreis, siedeln Verhandlungsspielraum ein.
– Bei mehreren Geboten: Transparenz wahren, aber keine Preissteigerung provozieren durch künstliche Dringlichkeit.
– Schriftliches Angebot:
– Fordern Sie schriftliche Kaufangebote mit Personalien, Preisangabe, Finanzierungsbestätigung und gewünschtem Übergabetermin an.
– Bei Minderjährigen bzw. juristischen Personen: zusätzliche Dokumente prüfen lassen.

Tipp: Legen Sie sich eine Rangliste mit 3–5 Top-Kandidaten an und kommunizieren Sie offen (z. B. „Wir haben ein bevorzugtes Angebot; wir geben Ihnen bis zum Datum Bescheid“).

7. Kaufvertrag und Notartermin: Ablauf, Inhalte und Fallstricke

In Deutschland muss ein Immobilienkaufvertrag notariell beurkundet werden. Der Notar ist unabhängiger Urkundsperson und berät über die rechtliche Formulierung, nicht aber ausschließlich eine Partei. Bereiten Sie sich gut auf diesen Schritt vor.

– Typischer Ablauf:
– Notar auswählen: Käufer oder Verkäufer kann den Notar vorschlagen; oft einigen sich beide Seiten.
– Notar erstellt einen Vertragsentwurf basierend auf den Verhandlungsergebnissen.
– Überprüfung des Entwurfs: Lassen Sie den Vertrag ggf. von einem Rechtsanwalt oder Notaranderem prüfen.
– Beurkundungstermin: Notar liest den Vertrag vor, erklärt die wichtigsten Punkte; beide Parteien unterschreiben.
– Wichtige Vertragsinhalte:
– Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten: Fälligkeitsdatum, Zahlungsweg (z. B. Zahlung über Notaranderkonto).
– Auflassung und Auflassungsvormerkung: Rechtstitel zur Übertragung des Eigentums; Vormerkung sichert Käufer.
– Besitzübergang und Übergabetermin inkl. Übergabeprotokoll.
– Lastenfreistellung: Bestätigung, dass das Objekt lastenfrei (Hypotheken) übergeben wird oder Regelungen dazu.
– Inventarregelungen: Was wird übernommen (z. B. Einbauküche)?
– Mängelhaftung / Gewährleistungsausschluss: Formulierungen zur Haftung für offensichtliche und versteckte Mängel.
– Vereinbarungen zu Nebenkostenaufteilung (z. B. Betriebskosten, Heizkosten, Grundsteuer).
– Vereinbarungen zu Sicherheiten (z. B. Grundschuldbestellung, Darlehensablösung).
– Praktische Hinweise:
– Notarkosten und Gebühren: ca. 1,5–2% des Kaufpreises, werden in der Regel vom Käufer getragen.
– Prüfen Sie Fristen im Vertrag genau (z. B. für Zahlung, Lastenfreistellung).
– Achten Sie auf klare Regelungen bei Rücktrittsrechten und Vertragsstrafen.
– Spezielle Punkte:
– Auflassungsvormerkung: Der Notar veranlasst die Eintragung im Grundbuch, um Käuferrechte zu sichern.
– Löschung von Grundschulden: Falls Belastungen bestehen, sollte die Auflage zur Löschung vor Zahlung stehen oder der Notar regelt Auszahlung und Löschung.
– Sicherheiten für Käufer: Bei komplexen Konstellationen kann ein Notaranderkonto sinnvoll sein, um Gelder treuhänderisch zu verwahren.

Hinweis: Der Notar berät beide Parteien neutral. Für steuerliche oder persönliche Risikofragen empfiehlt sich ein separater Steuer- oder Rechtsberater.

8. Zahlung, Grundbucheintrag und Übergabe

Nach Beurkundung folgen die Zahlung und die formelle Eigentumsübertragung. Planen Sie die Übergabe sorgfältig, damit beide Parteien abgesichert sind.

– Zahlungsabwicklung:
– Zahlungsfälligkeit: Laut Kaufvertrag, oftmals nach Eintragung der Auflassungsvormerkung bzw. nach Vorliegen der Löschungsbestätigungen.
– Notaranderkonto: Bei gewünschten Treuhandregelungen kann der Notar Zahlungen verwalten.
– Bestätigung der Zahlung: Belege aufbewahren; Notar benötigt meist Zahlungsnachweis für Eintragungen.
– Grundbucheintrag:
– Nach Zahlung und Erfüllung der Bedingungen veranlasst der Notar die Umschreibung im Grundbuch.
– Eintragung dauert je nach Registergericht mehrere Wochen.
– Übergabeprotokoll:
– Erstellen Sie ein detailliertes Übergabeprotokoll mit Zählerständen (Strom, Wasser, Gas), Schlüsselanzahl, Inventar und Zustand.
– Beide Parteien unterschreiben; anhängen an Kaufvertrag als Nachweis über Zustand bei Übergabe.
– Nach der Übergabe:
– Stichtagsrechnungen: Betriebskostenabrechnung erstellen (bei Vermietung) und Abrechnungszeiträume klären.
– Verträge und Ummeldungen: Versicherung, Energieversorger, Telefon/Internet – Fristen beachten.

Praktischer Tipp: Fertigen Sie ein Fotodokument des Zustands bei Übergabe an und speichern Sie Belege und Protokolle digital und in Papierform.

9. Steuern, Kosten und rechtliche Fallstricke

Verkaufskosten und steuerliche Auswirkungen können erheblich sein. Klären Sie diese frühzeitig mit einem Steuerberater.

– Typische Kosten (Richtwerte):
– Notar- und Grundbuchkosten: ~1,5–2 % des Kaufpreises.
– Maklerprovision: regional unterschiedlich; oft zwischen 3,57 % und 7,14 % inkl. MwSt. (teilweise geteilt zwischen Käufer und Verkäufer).
– Kleinere Kosten: Energieausweis (falls nicht vorhanden), professionelle Fotos, Inseratskosten, ggf. Gutachten.
– Steuerliche Aspekte:
– Spekulationssteuer: Beim privaten Verkauf fällt Einkommensteuer auf den Gewinn nur an, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf weniger als 10 Jahre liegen (Ausnahme Eigennutzung: vollständige Steuerfreiheit bei Eigennutzung in bestimmten Zeiträumen).
– Grundsteuer, evtl. GewSt (bei gewerblicher Tätigkeit) oder andere spezielle Steuerfragen.
– Steuerberater konsultieren: Gewinnermittlung, Abschreibungen, Sonderfälle bei Erbbaurechten, Miteigentum oder Unternehmensanteilen.
– Rechtliche Fallstricke:
– Versteckte Mängel und Gewährleistung: Verkäufer haften für arglistig verschwiegenes Wissen über Mängel.
– Falsche/fehlende Angaben im Exposé: Vorsicht mit Formulierungen, die als Zusicherung interpretiert werden können.
– Unklare Vertragsklauseln: Präzise Regelungen zu Übergabetermin, Inventar, Lastenfreistellung und Haftung.

10. Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Viele Probleme lassen sich durch vorausschauende Planung vermeiden. Hier die häufigsten Fehler und konkrete Gegenmaßnahmen:

– Fehler: Unrealistische Preisvorstellung
– Gegenmaßnahme: Marktanalyse, Gutachter, Orientierung an realen Verkaufspreisen.
– Fehler: Unvollständige Unterlagen
– Gegenmaßnahme: Checkliste erstellen, Dokumente digitalisieren, Notfallordner.
– Fehler: Mängel verschweigen
– Gegenmaßnahme: Offenheit, klare Vertragsklauseln zur Haftung, Dokumentation von Reparaturen.
– Fehler: Keine Finanzierungsprüfung beim Käufer
– Gegenmaßnahme: Finanzierungsbestätigung oder Eigenkapitalnachweis verlangen.
– Fehler: Ungenaue Übergaberegelungen
– Gegenmaßnahme: Detailliertes Übergabeprotokoll mit Zählerständen und Inventar.
– Fehler: Keine professionelle Präsentation
– Gegenmaßnahme: Gute Fotos, Home Staging, sauberes Exposé.

Generell: Dokumentieren Sie Absprachen schriftlich, legen Sie verbindliche Fristen fest und holen Sie Fachrat (Rechtsanwalt, Steuerberater) in komplexen Fällen hinzu.

11. Detaillierte Checkliste: Schritt für Schritt

Diese Checkliste begleitet Sie durch die wichtigsten Phasen des Verkaufs:

– Vorbereitung:
– Ziele definieren, Zeitplan erstellen.
– Alle relevanten Unterlagen sammeln und digitalisieren.
– Marktanalyse durchführen, Preis festlegen.
– Exposé & Fotos:
– Exposé erstellen (Lead, Fakten, Lage, Technik).
– Professionelle Fotos und Grundrisse anfertigen lassen.
– PDF- und Online-Version erstellen.
– Vermarktung:
– Inserate auf Portalen einstellen.
– Social Media & lokale Medien nutzen.
– Interessentenmanagement-System einrichten.
– Besichtigung & Verhandlung:
– Objekt vorbereiten (Home Staging).
– Besichtigungstermine planen.
– Finanzierungsnachweise einholen.
– Angebote vergleichen, Verhandlung durchführen.
– Notar & Vertrag:
– Notartermin vereinbaren, Vertragsentwurf prüfen.
– Beurkundung durchführen.
– Zahlungsabwicklung und Auflassungsvormerkung organisieren.
– Übergabe:
– Zahlungseingang prüfen, Grundbuchumschreibung abwarten.
– Übergabeprotokoll erstellen (Zählerstände, Schlüssel).
– Verträge ummelden/kündigen.
– Nachbereitung:
– Betriebskostenabrechnung erstellen.
– Dokumente sicher archivieren.
– Steuerliche Angelegenheiten klären.

Fazit und weiteres Angebot

Der private Verkauf einer Immobilie ist anspruchsvoll, aber mit systematischer Vorbereitung, realistischen Preisvorstellungen und einer transparenten Kommunikation gut zu bewältigen. Nutzen Sie die vorliegenden Checklisten, bereiten Sie Unterlagen vollständig vor und holen Sie bei Bedarf fachlichen Rat (Notar, Steuerberater, Rechtsanwalt oder Gutachter) ein, besonders bei steuerlichen oder rechtlichen Fragestellungen.

Wenn Sie möchten, erstelle ich Ihnen gerne ein individualisiertes Exposé-Beispiel (druckfertig) oder eine detaillierte Checkliste im Word- oder PDF-Format. Nennen Sie mir dafür bitte kurz die Immobilienart (z. B. Einfamilienhaus, Eigentumswohnung, Mehrfamilienhaus), die wichtigsten Eckdaten (Wohnfläche, Zimmer, Lage, Baujahr, gewünschter Verkaufspreis) und ob besondere Punkte vorliegen (z. B. Denkmalschutz, vermietet, Modernisierungen). Dann bereite ich ein passendes Muster für Sie vor.

Autor:
Marco Feindler, M.A.
Geschäftsführer und Inhaber
Heidelberger Wohnen GmbH, Opelstr. 8c, 68789 St. Leon - Rot, https://www.heidelbergerwohnen.de

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Marco Feindler, M.A.
Heidelberger Wohnen GmbH

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